Schule der magischen Wesen – ein Kooperationsprojekt mit dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg

Im Sommersemester 2024 arbeiteten Studierende im Seminar „Museumspädagogik“ (Dozent: Dr. Alexander Schneider) mit Schülerinnen und Schülern einer fünfte Mittelschulklasse im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Ziel war es hierbei, das Museum als außerschulischen Lernort erfahrbar zu machen und die Begegnung mit historischen Originalen didaktisch zu reflektieren.

Ausgangspunkt bildeten zwei kulturgeschichtliche Objekte: ein Alraunmännchen sowie ein Apothekenschild mit Einhorn. Beide Exponate zeigen, wie Naturmaterialien in der Frühen Neuzeit mit besonderen Kräften verbunden wurden – sei es als glücksbringender Talisman oder als vermeintlich heilkräftiges Einhorn-Horn. Die Anknüpfung an kindliche Imaginationsfähigkeit diente dabei nicht der Fortschreibung des Magischen, sondern als didaktischer Zugang, um historische Denkweisen sichtbar zu machen und im Spannungsfeld von Glaube, Wissen und Kontext zu reflektieren.

Die Studierenden konzipierten zwei mehrphasige Vermittlungssettings: In Anlehnung an die Alraune wurden aus Stöckchen und Bindfaden kleine Figuren erstellt. Außerdem gestalteten einige Schülerinnen und Schüler – inspiriert von einem historischen Behältnis für Einhornpulver – eigene Aufbewahrungsschächtelchen.

Allen Beteiligten wurde schnell klar: Artefakte im Museum eröffnen sinnliche Zugänge, regen zum Nachdenken an und ermöglichen nachhaltige Lernprozesse jenseits des Klassenzimmers.

Zum Praxisprojekt ist in den BDK-Mitteilungen zusammen mit Studierenden ein Beitrag erschienen.

Schneider, A., Haas, H. & Junger, P. (2024). Schule der magischen Wesen. Mit einer fünften Klasse Alraunen und Einhörnern im Museum auf der Spur. BDK-Mitteilungen 04/2024, S. 15-19.